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Mein Spielbericht: VfL Osnabrück – Würzburger Kickers 2:3 [MA]

[09.01.2021 – MA]

Samstagmorgen. Nach einer viel zu langen Nacht liege ich noch völlig ausgeknockt im Bett. Der Wecker klingelt, aufstehen, leichte Kopfschmerzen. Viel zu spät mach ich mich auf den Weg zum Heimspiel. Ach wie schön wäre es doch, wenn dieser Weg nicht aufs Sofa, sondern an die Brücke führen würde….

Die Realität sieht anders aus: Erschöpfung durch lange Nachtschichten auf der Intensivstation, Kopfschmerzen durch Schlafmangel. Heimspiel? Auswärtsspiel? Ganz egal. Einsam auf dem Sofa sitzen und den VfL dabei betrachten, wie er sich immer weiter zu einer gestandenen Größe im Zweitligafußball hocharbeitet. Eigentlich gäbe es viele Gründe frohen Mutes zu sein, und doch kann ich mich einfach nicht mit dem aktuellen Zustand anfreunden.

Sei es wie es sei, gespannt ist man trotzdem, wie unser VfL sich schlägt. Die Kickers aus Würzburg sind zu Gast und betrachtet man die Tabellensituation dürfte das heute sowas wie ein Pflichtsieg sein. Wäre da nicht die neue Heimschwäche, wären da nicht die bekannten Aufbaugegnerqualitäten die ich mit vielen, vielen leidlichen Erfahrungen über die Jahre an der Brücke unterstreichen könnte.

Anpfiff. Würzburg macht Druck, lässt aber schnell nach. Nach ein, zwei guten Ansätzen wird hinten Beton angerührt und die lila Jungs versuchen sich mit mittlerweile gewohnter technischer Finesse vor allem in Person von Niklas Schmidt, Sebastian Kerk und Ludovit Reis einen Weg durch die Würzburger Abwehrreihen zu bahnen. Einen (meiner Meinung nach) zu Unrecht aberkannten Treffer durch Engel später, konnte Kerk dann endlich auch offiziell kurz vor der Halbzeit einnetzen.Natürlich Kerk! Wer sonst? Feines Tor inklusive schöner Doppelpassvorarbeit mit Schmidt. Unfassbar wie wertvoll dieser Spieler in der Kürze der Zeit für uns geworden ist.

In der zweiten Halbzeit schien man sich dann etwas zu sehr auf dem 1:0 auszuruhen. Die Quittung folgte schnell. Das 1:1 durch Pieringer schien überfällig und hochverdient. Dieser machte dann in der 76. auch das 1:2 in einer ansonsten unspektakulären Partie. Während durch das leere Stadion teils durchaus interessante Dialoge zwischen den Spielern zu belauschen sind, erlebe ich doch hin und wieder einen leichten Schauder, wenn der Kommentator von „Forechecking“ und einer seiner Meinung nach durchaus lesenswerten Osnabrücker Zeitung berichtet.

Die hatten nämlich die hochinnovative Idee hunderte Pappmänneken auf die Nord zu setzen. Man mag von dieser Idee halten was man will, aber ich habe mir da hauptsächlich Sorgen gemacht. Nachdem einzelne Spruchbänder zur Bewerbung einer Spendenaktion der Fanszene an selber Stelle zunächst selbstverständlich aufgrund von Sicherheitsbedenkennicht erlaubt wurden (Was wenn sich diese Tapete plötzlich ablöst und jemand von dem 500g schweren Ungetüm getroffen wird? Was wenn sie bei 3 Grad und Nieselregen plötzlich in Flammen aufgeht?) und auch die Sponsoren ihren Unmut hierüber geäußert haben (Oder etwa doch nicht?), waren alle am letzten Spieltag beteiligten Personen nur aufgrund einer Ausnahmegenehmigung der himmelschreienden Gefahr einer Tapetenbahn ausgesetzt. Ich war empört. Und nun spielt man erneut mit der Sicherheit aller Anwesenden, lässt Pappmenschenmassen auf die Nordtribüne und riskiert Ausschreitungen und womöglich gewalttätige Übergriffe durch Pappchaoten. Unvorstellbar das unsere liebe Zeitung für sowas die Verantwortung übernehmen will. Ich glaube der Schlafmangel lässt mich phantasieren. Oder habe ich doch nur einen Albtraum? Fingernagelkauend schaue ich mir also die letzten 10 Minuten des Spiels an, in stetiger Erwartung Zeuge einer Katastrophe zu werden. Würzburg macht in der 80.Minute das 3:1. Der VfL verkürzt durch Ilhorst auf 3:2, schafft es aber nicht mehr zum Ausgleich. Alles bleibt friedlich, keiner wurde verletzt. Die Niederlage ist dann doch die kleinere Katastrophe. Ich leg mich besser wieder hin.

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